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Verabreichung über die Vene

Infusionstherapie

Bei einer Infusion werden Flüssigkeit und ausgewählte Substanzen kontrolliert über eine Vene verabreicht. Diese Form der Behandlung kann bei bestimmten medizinischen Fragestellungen sinnvoll sein, etwa wenn eine orale Einnahme nicht ausreichend geeignet oder nicht gut verträglich ist.

Ob eine Infusion infrage kommt und welche Zusammensetzung gewählt wird, entscheidet sich nach einer ärztlichen Beurteilung. Vorerkrankungen, Medikamente, mögliche Unverträglichkeiten und vorhandene Laborbefunde werden dabei berücksichtigt.

Gezielte Verabreichung über die Vene

Direkte Verabreichung in den Blutkreislauf

Bei einer Infusion gelangen Flüssigkeit und ausgewählte Wirk- oder Nährstoffe über einen venösen Zugang direkt in den Blutkreislauf. Der Magen-Darm-Trakt wird dabei umgangen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Infusion grundsätzlich besser geeignet ist als eine Einnahme in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen. Die Verabreichungsform wird danach gewählt, welche Behandlung für die jeweilige medizinische Situation sinnvoll und angemessen ist.

Ärztliche Beurteilung vor jeder Behandlung

Vor der ersten Infusion werden die Beschwerden, Vorerkrankungen, Allergien, regelmäßig eingenommene Medikamente und bereits verwendete Nahrungsergänzungsmittel besprochen. Je nach geplanter Behandlung können vorhandene Laborwerte berücksichtigt oder weitere Untersuchungen empfohlen werden.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern beispielsweise Erkrankungen der Nieren, der Leber oder des Herz-Kreislauf-Systems sowie Schwangerschaft und Stillzeit. Nicht jede Infusionszusammensetzung ist für jede Patientin oder jeden Patienten geeignet.

Individuelle Zusammensetzung

Welche Substanzen verwendet werden, richtet sich nach der konkreten Fragestellung und der ärztlichen Indikation. Auch Menge, Konzentration, Infusionsdauer und Anzahl der Anwendungen werden individuell festgelegt.

Auf pauschale Standardmischungen ohne vorherige medizinische Beurteilung wird verzichtet. Ebenso wenig werden allgemeine Wirkungen wie eine garantierte Leistungssteigerung, „Entgiftung“, Verjüngung oder eine unspezifische Stärkung des Immunsystems versprochen. Für sogenannte Wellness- oder Vitamininfusionen ohne konkrete medizinische Indikation ist die wissenschaftliche Datenlage begrenzt.

Durchführung unter medizinischer Aufsicht

Die Infusion wird in der Ordination unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt. Während der Anwendung besteht ausreichend Zeit, den Verlauf zu beobachten und bei Unwohlsein oder unerwarteten Reaktionen entsprechend zu handeln.

Wie jeder venöse Zugang kann auch eine Infusion lokale Beschwerden verursachen. Dazu gehören beispielsweise Schmerzen, Reizungen oder eine Entzündung der Vene. Seltener können Infektionen, Unverträglichkeitsreaktionen oder andere Komplikationen auftreten. Die sorgfältige Indikationsstellung, hygienische Durchführung und ärztliche Überwachung sind deshalb wesentliche Bestandteile der Behandlung.